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REVIEW: I Spit Ashes – 99942

Redakteur: Wolfgang Bartl, am 22.04.2015

Die im Jahr 2007 gegründete und aus Deutschland stammende Band I Spit Ashes ist sicherlich keine unbekannte mehr. Im Jahr 2010 waren sie beispielsweise für Dark Tranquility auf deren "Where Death Is Most Alive"-Tour als Support mit dabei und ein paar Veröffentlichungen gab es natürlich auch schon: Mit State Of The Art hatten sie im Jahr 2010 ihren ersten Release, gefolgt vom Full Length-Album Inhaling Blackness - Reflecting Light (Massacre Records) im Jahr 2012 und die Download-Single World On Fire im August 2013. Nun hat es gut zweieinhalb Jahre gedauert, bis ihre zweite Full Length-Platte fertiggestellt war – das heute vorliegende Album 99942.

Zwölf Songs und dabei ist fast keiner unter vier Minuten lang, tendenziell sogar über fünf Minuten. Es ist also eine ordentliche Menge an Musik, die man auf 99942 geboten bekommt. Insgesamt sind es fast 56 Minuten an futuristischem Metal, den I Spit Ashes hier auf CD gebannt haben und der, wie die folgenden Zeilen verraten werden, gar nicht mal so übel ist. Um beim eigentlich Grundlegendsten anzufangen: Ein variantenreiches und stets auf den Punkt gebrachtes Schlagzeug schafft nicht nur das Fundament für eine Platte, die ordentlich anheizt, sondern bringt einfach Bewegung in die Sache und verleitet durchgehend zum Mitnicken. Ich bin hinsichtlich des Schlagwerkes kein Fachmann, doch reichen mein Wissen und meine Erfahrung aus, um sagen zu können, dass man die Trommel wesentlich langweiliger bedienen kann. Auch die Vocals tragen ausreichend Abwechslung bei und wirken nicht zu monoton, bewegen sich auch mal in tiefsten Growling-Sphären und kommen mit spürbarer Emotion daher. So obskur es klingt, aber die Gitarren sind meist im Hintergrund. Keinesfalls soundtechnisch, denn 99942 klingt außerordentlich fett, aber die Riffs lassen sich in den meisten Teilen des Albums auf das Ressort der Rhythmusinstrumente herunterbrechen. Doch das soll nicht abwerten klingen, schaffen sie zusammen mit dem Bass doch eine sehr dichte und homogene Klangwand, die die Schwere der dem Werk zugrundeliegenden Atmosphäre sehr gut unterstreicht und für die im Genre notwendige Dramatik sorgt. Was ich damit sagen wollte, ist, dass sich an der Position des Melodiegebers hauptsächlich die Synth-Klänge befinden. Diese sind natürlich entsprechend präsent gestaltet, übersteigen das Maß des Aushaltbaren aber durchwegs nicht. Wenn man all das bisher Gesagte also vereint und auf nur ein Wort herunterbricht, dann wäre das "stimmig", und für eine Platte mit fast einer Stunde Spielzeit vergeht sie auch recht schnell, was neben der abwechslungs- und variantenreichen Instrumentalisierung nochmal ein deutliches Zeichen für Kurzweiligkeit ist.

Alles in allem bieten I Spit Ashes ein rundum gelungenes Album, das sowohl klanglich als auch kompositorisch sehr ausgewogen daherkommt und den futuristischen Charme des Stils wunderbar verwertet. Wem die Musik der Band bislang gefallen hat, der dürfte von ihrem neuesten Werk 99942 nicht negativ überrascht sein. Wer noch nicht mit dem Schaffen der Truppe vertraut ist, der sollte aber nicht zögern und mal in das Album hineinhören. Den modernen Melodic Death Metal beherrschen die Jungs auf jeden Fall.

Wertung: (9/10)

www.rottinghill.eu

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